#WomenDigit – Betriebliche Praxislaboratorien

Chancen der Digitalisierung für Frauen

Die digitale Transformation ist in Deutschland Chefsache, aber wird sie auch für mehr Gendergerechtigkeit und Chancengleichheit genutzt? Das Projekt #WomenDigit sieht den gegenwärtigen Umbruch als Chance. Gemeinsam mit Vorreiterunternehmen will es die Perspektiven und Interessen von Frauen stärken und sie als Gestalterinnen der digitalen Arbeitswelt etablieren. Dabei setzt es auf ein Konzept der "Betrieblichen Praxislaboratorien". Das Erfolgsrezept: Agilität, konsequente Beteiligung und Sozialpartnerschaft.

Zur Projektwebsite: https://womendigit.de

Projektträger Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. – ISF München  
Projektpartner Bitkom e.V., Berlin; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Gothaer Systems GmbH, Köln; IG Metall, Frankfurt; RatePay GmbH, Berlin; Siemens AG, München; Volkswagen AG, Wolfsburg  
Branche Automobil-, Elektrotechnik-, Fintech- und IT-Branche  
Zielgruppe weibliche Beschäftigte, Führungskräfte, Betriebsrät/innen in Unternehmen, KMU, Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften, Verbände  
  • Projektziel

    Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt gravierend. Dabei stellen sich die Weichen für Frauen neu. In einer kollaborativen und vernetzten Arbeitswelt entstehen neue Leitbilder für Führung und mobiles Arbeiten. Dadurch können Präsenzkulturen aufbrechen. Für eine erfolgreiche Transformation sind weibliche Talente unverzichtbar. Wie aber gelingt eine nachhaltige Gestaltung? Wie müssen sich Unternehmen aufstellen, um diese Chancen zu nutzen und weiblichen Beschäftigten attraktive Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten? "Betriebliche Praxislaboratorien" in Vorreiterunternehmen entwickeln innovative Lösungen, die die Chancen von Frauen verbessern und neue Risiken verhindern. Im Fokus stehen: "Agile Arbeitsformen", "Neue Führungsrollen und Führungskonzepte" sowie "Neue Raum-Zeit-Konzepte". Die angestoßenen Lernprozesse weisen über die bloße Förderung von Frauen hinaus. Denn die Entwicklungschancen von Frauen sind der Lackmustest für eine menschengerechte Gestaltung der digitalen Arbeitswelt insgesamt.

  • Drei Fragen an Dr. Kira Marrs

    Digitalisierung und Gendergerechtigkeit zusammendenken: Dr. Kira Marrs leitet das Projekt "#WomenDigit" und berichtet im Interview, wie das Projekt die digitale Arbeitswelt gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten will.

  • Frauen als Gestalterinnen der digitalen Arbeitswelt

    Wir wollen Frauen zu Gestalterinnen der digitalen Arbeitswelt befähigen. Dies bedeutet nicht nur, die Chancengleichheit, Interessen und Perspektiven von Frauen gezielt in den Blick zu nehmen. Wir wollen vor allem Frauen zu zentralen Akteurinnen der digitalen Transformation der Unternehmen machen.

    Anja Bultemeier, Wissenschaftlerin an FAU Erlangen-Nürnberg

  • Impressionen der Auftaktveranstaltung

  • #WomenDigit in der Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025

    Vor welchen Herausforderungen stehen Betriebe und Beschäftigte vor dem Hintergrund der Digitalisierung? Und wie können Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik gemeinsam Maßnahmen und Angebote entwickeln? Darum geht es im Dialogformat Zukunftswerkstatt #Arbeitswelt2025 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, das am 3. Dezember 2019 mit 500 Teilnehmenden in Erfurt stattfand. Mit dabei auch der INQA-Experimentierraum #WomenDigit. Auf einem gemeinsamen Panel diskutierte Projektleiterin Dr. Kira Marrs über die Chancen der Digitalisierung für mehr Gerechtigkeit und wie Unternehmen diese nutzen können.

  • Schichtarbeit flexibilisieren - PraxisLab bei AUDI

    #WomenDigit begleitet Unternehmen dabei, die Digitalisierung für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu nutzen – nicht nur in den indirekten Bereichen, sondern auch im Herzen der Produktion. Im Juli 2019 ist das Praxislaboratorium „Flexibler Einsatz in der Schicht“ in der Lackiererei der AUDI AG in Ingolstadt an den Start gegangen. Das Ziel: den 2.400 Mitarbeitenden in der Produktion mehr Flexibilität ermöglichen. Denn das bisherige Drei-Schicht-System ist vor allem für jüngere Beschäftigte oder Alleinerziehende problematisch. Es erschwert Teilzeitarbeit und bietet wenig Freiraum. „Mit unserem Lab rütteln wir an den traditionellen Standards der Industriearbeit. Wir erarbeiten Konzepte, die mehr Arbeitszeitflexibilisierung für alle Produktionsbeschäftigten ermöglichen und modernen Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in den sogenannten direkten Bereichen Rechnung tragen“, erklärt Dr. Kira Marrs, Projektleiterin des INQA-Experimentierraums.

    Die Grundidee der Praxislabs ist: Mitarbeitende, die selbst betroffen sind, entwickeln eigene Ideen für ihren Arbeitsplatz. Dabei arbeiten Beschäftigte, Betriebsrat und Unternehmensführung sozialpartnerschaftlich zusammen. Bei AUDI besteht das Lab-Team aus 15 Beschäftigten – von der Fahrzeuglackiererin über die Fertigungskraft und Industriemechanikerin bis hin zum Gruppenleiter aus der Produktion, zur Sachbearbeiterin und zum Betriebsrat. Die Vorgehensweise ist agil: Die Themen werden in mehrwöchigen "Sprints" in kleineren Gruppen selbstorganisiert bearbeitet, dann zurückgekoppelt und weiterentwickelt. Unterstützt wird der Prozess von einem Lenkungskreis aus Management und Betriebsrat sowie dem Forschungsteam von #WomenDigit. Nach jedem Sprint stellen die Lab-Teams dem Lenkungskreis ihre Zwischenergebnisse vor. Im Anschluss werden diese gemeinsam mit Blick auf die Folgen für Arbeit und Unternehmen bewertet.

    So wurde bei AUDI gemeinsam ein offeneres Schichtsystem entwickelt, das bereits in ersten Modellversuchen getestet wird. Und es zeigt sich: Flexibles Arbeiten funktioniert auch in einer durchgetakteten Produktion. Bewähren sich die neuen Ansätze, sollen sie künftig auch in andere Bereiche ausgerollt werden.

    Weitere Informationen finden Sie hier.