Kompetenzen entwickeln und richtig nutzen (KERN)

Das Projekt "KERN" entwickelt neue Konzepte für das Kompetenzmanagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der digitalen Arbeitswelt. Die Ideen werden in softwarebasierten Prototypen umgesetzt und in einem betrieblichen Lern- und Experimentierraum erprobt. Das Ziel ist die Entwicklung eines Kompetenz-Assistenzsystems (KAS), das in der Arbeitsumgebung dabei unterstützt, richtige Entscheidungen für die persönliche Weiterentwicklung zu treffen.

Zur Projektwebsite: https://kern-kas.org

Projektträger Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  
Projektpartner Campusjäger GmbH, Karlsruhe; SAP Deutschland SE & Co. KG, Walldorf; TÜV Rheinland AG, Köln  
Forschungsfeld Kompetenzmanagement  
Zielgruppe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von B. Braun im Bereich IT  
  • Projektziel

    Welchen Gestaltungsprinzipien folgen moderne Kompetenz-Assistenzsysteme (KAS) in der digitalen Arbeitswelt? "KERN" stellt sie bereit und testet sie in einer realen Umgebung. Die Systeme sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, sich weiterzuentwickeln. Denn klassische Weiterbildungen nutzen Beschäftigte kaum – weil die Lerninhalte nicht passen, sie kaum interaktiv lernen und das Gelernte nur selten umsetzen können. Moderne KAS hingegen schlagen Weiterbildungen, Aufgaben und Stellen kompetenzbasiert vor und verbinden auf diese Weise Lernen und Arbeiten. Dabei berücksichtigen die Systeme individuelle Bedürfnisse und Unternehmensziele gleichermaßen. "KERN" will damit einen Rahmen schaffen, in dem sich Beschäftigte wirtschaftlich und motiviert weiterbilden und Kompetenzen richtig aufbauen können. Dazu entwickeln die Projektbeteiligten auch diverse Software-Prototypen, einen Leitfaden für die Einführung von KAS sowie Integrationsszenarien in das betriebliche Umfeld.

  • Drei Fragen an Prof. Dr. Alexander Mädche

    Die eigenen Kompetenzen in der digitalen Arbeitswelt weiterentwickeln – das will das Projekt "KERN" ermöglichen. Dazu entwickeln und erproben die Projektbeteiligten intelligente Kompetenz-Assistenzsysteme. Wie diese unmittelbar im Arbeitsalltag wirken sollen, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Alexander Mädche im Interview.

  • Die Entwicklung von Beschäftigten unterstützen

    Wenn wir von unseren Mitarbeitern erwarten, eigenständig komplexe Probleme zu lösen, ist es an uns, ihnen die benötigten Werkzeuge dafür an die Hand zu geben. Durch die Entwicklung und Erprobung eines KI-basierten Kompetenz-Assistenzsystems betten wir beim ,KERN‘-Projekt das Erlernen von Kompetenzen direkt in den Kontext der Arbeit ein und stimmen den Inhalt auf die persönlichen Präferenzen des Mitarbeitenden ab. So können wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal und kontinuierlich fördern.

    Jannik Keller, CTO und Gründer von Campusjäger GmbH

  • Navigationssystem für die digitale Arbeitswelt

    Im Zeitalter der Digitalisierung wird es für Organisationen und Mitarbeiter immer wichtiger, den Aufbau und die Entwicklung von Kompetenzen kontinuierlich zu gewährleisten. Ziel des Projektes "KERN" ist es, KI-basierte Kompetenz-Assistenzsysteme (KAS) zu entwickeln und im Experimentierraum zu erproben. Analog zu einem Navigationssystem, welches mittels Positionsbestimmung eine optimale Routen-Planung zum Zielort ermöglicht, gibt das KAS situationsabhängig Feedback und Vorschläge für die individuelle Kompetenzentwicklung der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters. So können sich Organisationen und Mitarbeitende im Kontext der digitalisierten Arbeitswelt fortlaufend den sich schnell verändernden Anforderungen besser anpassen.

  • Feldexperiment zur Untersuchung des "Arbeits-Flows"

    Im Sommer 2019 fand eine groß angelegte, dreiwöchige Feldstudie beim Projektpartner Campusjäger GmbH in Karlsruhe statt. Mithilfe künstlicher Intelligenz wurden dabei sogenannte Flow-Zustände beim Arbeiten untersucht. Als Flow versteht man höchste Konzentration und Fokussierung auf eine Aufgabe – ein Zustand, der zu höherer Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit bei den Beschäftigten führt.

    Bisherige Verfahren setzen im Wesentlichen auf Fragebögen. Der Ansatz von KERN bestand darin, physiologische Daten wie die Herzrate zu verwenden: Für die Studie wurden 19 Beschäftigte mit einem Brustgurt ausgerüstet und auf ihrem Arbeitscomputer wurde eine im Projekt entwickelte Software installiert. Über den Tagesverlauf zeichnete die Software die Herzrate auf und stellte den Teilnehmenden in zufälligen über den Arbeitstag verteilten Intervallen Fragen zu ihrem Flow-Zustand, die sie elektronisch beantworteten. Die Antworten wurden im Anschluss den physiologischen Daten zugeordnet. Aus den Ergebnissen hat KERN ein neues Tool zur Flow-Messung entwickelt. Nächstes Ziel ist ein System, das Flow-Zustände bei der Arbeit unterstützt, beispielsweise durch das bessere Management von E-Mail-Benachrichtigungen.

  • Halbzeit im INQA-Experimentierraum KERN

    Das Projekt KERN hat sich zum Ziel gesetzt, neue Konzepte für ein innovatives Kompetenzmanagement für die Arbeitswelt von morgen zu entwickeln. Im Rahmen einer digitalen Halbzeitkonferenz stellten nun am 25. März 2020 das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als Projektleitung sowie die Projektpartner (u. a. B. Braun Melsungen AG, Campusjäger GmbH, SAP Deutschland SE & Co. KG, TÜV Rheinland) erste Ergebnisse vor. Rund 50 Personalverantwortliche folgten der Einladung und erhielten in der Webkonferenz einen Einblick in die laufende Forschung – unter anderem wurde die durchgeführte Mitarbeiterbefragung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz präsentiert. Silke Jakobi (SAP Deutschland SE) machte deutlich: „Die entwickelten Systeme sollen den Mitarbeitenden helfen, sich weiterzuentwickeln. Weiterbildungen, Aufgaben und Stellen werden kompetenzbasiert vorgeschlagen. Auf diese Weise wird Lernen und Arbeiten verbunden“.

    Daneben wurden die bei den Projektpartnern B. Braun Melsungen und Campusjäger eingerichteten Lern- und Experimentierräume vorgestellt. Von der Identifikation von Kompetenzen für Unternehmen im digitalen Wandel über die datengetriebene Kompetenzerfassung bis hin zur sogenannten „Flow-Forschung“ boten die Projektpartner einen vielfältigen und umfangreichen Einblick. Nach einer abschließenden Fragerunde betonte Projektleiter Prof. Dr. Alexander Mädche (KIT): „Wir haben gezeigt, dass eine intelligente Datenanalyse das Potential hat, die Mitarbeitenden zu unterstützen, Bewusstsein aufzubauen, zu befähigen und zu individualisieren. Da wollen wir gerne noch mehr lernen“.

    Weitere Informationen zur Halbzeitkonferenz sowie die Aufzeichnung finden Sie hier: www.kern-kas.org/news