Experimentierräume in der agilen Verwaltung (AgilKom)

Das Projekt "AgilKom" zielt darauf ab, Veränderungsprozesse von Verwaltungen, die sich im Rahmen des digitalen Wandels der Arbeitswelt vollziehen, mit sozialen Innovationen zu verbinden. Es werden Innovationslabs eingerichtet, um innovative Lösungen im Handlungsfeld "Lernen und Arbeiten als integratives System" zu erproben. Methoden der agilen Organisation werden für die Verwaltung adaptiert und eingesetzt. Die Ergebnisse der Erprobung sollen Impulse und Best-Practice-Beispiele für Kommunen sowie für Bundes- und Landesbehörden liefern.

Projektträger FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft mbH, Essen  
Wissenschaftliche Projektpartner Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut I – Bildung, Beruf und Medien, Magdeburg  
Projektpartner aus der Praxis Kreis Soest und Personalrat des Kreises Soest, Soest; Stadt Essen und Personalrat der Stadt Essen, Essen; Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Berlin; Deutscher Landkreistag, Dezernat II, Berlin  
Branche Öffentliche Verwaltung/Public Management  
Zielgruppe Organisationen des öffentlichen Sektors, öffentliche Verwaltungen  
  • Projektziel

    Der digitale Wandel der Arbeitswelt beeinflusst auch die Arbeitsprozesse in öffentlichen Verwaltungen. Das Projekt "AgilKom" zielt darauf ab, mit betrieblichen Lern- und Experimentierräumen Lösungen zur Bewältigung technologischer und organisationaler Veränderungsprozesse für die öffentliche Verwaltung zu erproben. Es werden Gestaltungsansätze entwickelt und erprobt, die eine erhöhte Flexibilität und Effizienz der öffentlichen Verwaltung ermöglichen. Dabei werden strukturelle und gesetzliche Rahmenbedingungen identifiziert, die die Agilität im öffentlichen Sektor fördern oder hemmen. Zudem wird das Projekt Erkenntnisse liefern, welche zentralen Prinzipien der agilen Organisation auf den öffentlichen Sektor übertragen werden können.

  • Drei Fragen an Prof. Dr. Gottfried Richenhagen

    Was soll mit dem Projekt "AgilKom" erreicht werden? Mit welchen Methoden arbeitet man dafür im Experimentierraum und wer sind die Partner auf kommunaler Ebene, die sich in besonderem Maße für das Vorhaben engagieren? Prof. Dr. Gottfried Richenhagen, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Public Management (ifpm) der FOM Hochschule und Leiter des Projektes "AgilKom", antwortet darauf im Interview.

  • Öffentliche Verwaltung in der Zukunft

    Die öffentliche Verwaltung in Deutschland muss sich weiterentwickeln – Digitalisierungsprozesse beschleunigen dies. Um den zukünftigen Ansprüchen aller gerecht zu werden, wollen wir evidenzbasierte und praxistaugliche Lösungsansätze entwickeln.

    Prof. Dr. Michael Dick, Institut für Berufs- und Betriebspädagogik (IBBP), Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

  • Aktueller Stand im Projekt

    Die erste Projektphase von „AgilKom“ hatte zum Ziel, die Herausforderungen, mit denen öffentliche Organisationen im Rahmen des digitalen Wandels konfrontiert sind, zu identifizieren und analysieren. Die Digitalisierungsagenden der beteiligten öffentlichen Organisationen - Stadt Essen und Kreis Soest - umfassen komplexe Projekte, sie resultieren unter anderem aus den Anforderungen des Online-Zugangsgesetzes. Dies bezieht sich insbesondere auf die Digitalisierung von Serviceleistungen für Bürgerinnen und Bürger. Daneben werden weitere Themen, wie die Pilotierung und Erprobung neuer Zugangssysteme zum öffentlichen Personennahverkehr, die Bereitstellung von Open-Data-Plattformen oder die Implementierung der E-Akte vorangetrieben. Da in einzelnen Projekten und Teilprojekten agile Methoden des Veränderungsmanagements erprobt werden, bestand der erste Schritt in diesen Experimentierräumen zunächst darin, Methodenworkshops zu agilen Arbeitsformen (z. B. Design Thinking) durchzuführen. Insgesamt wurde im Verlauf des Projekts „AgilKom“ bereits deutlich, dass zur Umsetzung der Digitalisierungsprojekte auch eine Weiterentwicklung der Führungskultur erforderlich ist. Die partizipative Erarbeitung eines neuen Führungskonzepts mit Elementen der transformationalen und agilen Führung wird daher zukünftig ein inhaltlicher Schwerpunkt des Projekts sein.