Zukunft ausprobieren: die Lern- und Experimentierräume zu Besuch auf der Messe Zukunft Personal Europe 2019

22. November 2019

Vom 17. bis 19. September 2019 fand in Köln die Messe Zukunft Personal Europe statt. Wie jedes Jahr war die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) mit einem spannenden und abwechslungsreichen Diskussions- und Informationsprogramm rund um das Thema New Work vertreten. Auch die Lern- und Experimentierräume fanden bei den sogenannten INQA-Thementagen viel Anklang. Auf dem Podium saßen Teilnehmende aus Projekten wie KERN, MADAM, NAWID oder #WomanDigit. In ihren vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren geförderten Experimentierräumen erproben sie neue Ansätze, um Lösungen für offene Fragen zur Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft zu finden. Bei den INQA-Thementagen teilten sie Einsichten und Erfahrungen aus ihrer Projektarbeit mit einem interessierten Fachpublikum.

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) in modernen Arbeitsprozessen eingesetzt werden? Inwieweit hilft die digitale Transformation dabei, Aufstiegs- und Entwicklungschancen von Frauen nachhaltig zu verbessern? Und wie lassen sich die neuen Technologien nutzen, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen oder lebenslanges Lernen in Betrieben zu fördern? Fragen wie diese sind brandaktuell. Sie beschäftigen zahlreiche Unternehmen, Verwaltungen, Organisationen und auch die INQA-Experimentierräume. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit hatte sie auf die Agenda der INQA-Thementage gesetzt und aus diesem Anlass für 2019 das Motto „#praktischprobiert – Impulse für New Work“ herausgegeben.

Geht es um die Einsatzmöglichkeiten von KI, glaubt Jan Balcke, dass jede Branche eine eigene Definition braucht, was KI für sie leisten soll. Als Leiter des Förderprojekts NAWID bei der Airbus Operations GmbH ist er überzeugt: „Airbus wird weiterhin Leute vor Ort brauchen, die unsere Flugzeuge bauen. Sie können nicht im Rahmen von New Work vom Strand aus arbeiten.“

Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben im Rahmen des INQA-Experimentierraums MADAM digitale Anwendungen implementiert, um das Fahrpersonal bei der Arbeit zu unterstützen. „Wir haben unsere Fahrerinnen und Fahrer mit Tablets ausgestattet, um sie digital besser zu vernetzen. So sparen sie Zeit, denn früher mussten sie zuerst zur Zentrale fahren“, erläuterte Aleksandra Lewandowska in der Gesprächsrunde „Mobiles Arbeiten, Home Office & Co. – Chancen und Herausforderungen“. Sie leitet bei den Verkehrsbetrieben das Förderprojekt MADAM.

In der Gesprächsrunde „Ist die Zukunft weiblich? Neue Möglichkeiten der Digitalisierung für mehr Chancengleichheit“ erklärte Kira Marrs, Projektleiterin des INQA-Experimentierraums #WomenDigit, die Ziele ihres Forschungsvorhabens: „Uns geht es darum, Positiventwürfe für die digitale Arbeitswelt zu entwickeln.“ Die Keynote zum Thema hielt Prof. Dr. Jutta Rump, INQA-Botschafterin und Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability. Sie ist davon überzeugt, dass sich die Anforderungsprofile für Tätigkeiten und Ausbildungen aufgrund der digitalen Transformation verändern werden. „Es besteht jetzt die Chance, das Thema Gendergerechtigkeit mitzudenken“, sagte sie.

Wissen und Kompetenz sind im digitalen Zeitalter der Schlüssel für unternehmerischen Erfolg. Gleichzeitig dienen sie der persönlichen Weiterbildung jedes Einzelnen. Dr. Jochen Robes vom Projekt „ALLE im digitalen Wandel“ erläuterte zum Thema Leben und Lernen im beruflichen Alltag: „Wenn wir über informelles und lebenslanges Lernen reden, wird das Messen schwierig. Schließlich betreten wir hier Neuland! Wir müssen uns jetzt beim Lernen als Teil des Arbeitslebens damit beschäftigen, welche Schritte erfolgreich waren.“

Weitere Informationen zu den INQA-Experimentierräumen finden Sie hier.