New Work: Fraunhofer IAO veröffentlicht Abschlussbericht

16. Mai 2019

Überall in Deutschland setzen Unternehmen neue Formen der Arbeit um. Das Fraunhofer IAO hat sie dabei ein Jahr lang begleitet – im vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekt New Work. Hier analysierte es, wie sich Unternehmen auf die Arbeit von morgen vorbereiten, und sammelte die Erkenntnisse in betrieblichen Fallstudien. Jetzt ist der Abschlussbericht erschienen.

Der zeigt: New Work ist nicht nur etwas für junge Unternehmen oder Angehörige der digitalen Boheme. Es findet sich ebenso in traditionellen Großunternehmen. Dennoch bestimmen Produktionsbedingungen, Tätigkeitstypen und Unternehmensgröße, wie New Work umgesetzt wird. Ortsflexible Arbeit funktioniert nicht fürs Produzieren am Band – trotzdem ist es dort möglich, selbstorganisierter und mit mehr Verantwortung im Team zu arbeiten. Individuelle und flexible Arbeitszeiten sind vor allem dann möglich, wenn Unternehmen über genügend Beschäftigte oder ein gutes Flexibilisierungsmanagement verfügen – so kann auch ein Handwerksunternehmen flexibel Schichten planen.
 
Diese Flexibilität ist für viele Organisationen beinahe selbstverständlich. Hierarchiefreie, partizipative Strukturen sind es hingegen weniger. Denn sie verändern ganz grundlegend das Machtgefüge in Unternehmen und es braucht Durchhaltevermögen, um die Beteiligten im Sinne der neuen Ansätze zu mobilisieren. Das geht umso besser, wenn die führenden Köpfe überzeugt sind, konsequent für die Veränderungen einstehen und die Mitarbeitenden sich intensiv beteiligen können.

Letzteres zahlte sich bei allen begleiteten Unternehmen aus. Denn der Arbeitsalltag ist nur mit und durch die Mitarbeitenden gestaltbar –nicht über ihre Köpfe hinweg. Gleichzeitig fordert das auch von den Beschäftigten Neues: Sie müssen ihre Arbeitszeiten selbstverantwortlich gestalten und gegenüber Kolleginnen und Kollegen kompromissbereit sein. Zudem müssen sie Themen, Verhaltensformen und Regeln definieren und laufend intensiv abstimmen. Die Arbeit an der Organisation wird so zum Dauerthema. Für alle.

Das Projekt des Fraunhofer IAO zeigt: New Work in der digitalen Transformation erfordert und fördert also ein dauerhaftes Changemanagement – bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Führungskräften und den Sozialpartnern. Dabei definieren Unternehmen Ausgangs- und Zielsituationen ständig neu, um dauerhaft veränderungsfähig zu bleiben.

Weitere Informationen

Projekt Fraunhofer IAO

Abschlussbericht