Nachbericht Virtueller Roundtable mit Norma Schöwe und Dr. Thymian Bussemer

Viele Unternehmen und Personalabteilungen stehen im Kontext der Corona-Pandemie vor diversen Herausforderungen: Die Veränderungen im Arbeitsalltag und die Einführung von Home-Office führen zu neuen Anforderungen an Führungskräfte. Gleichzeitig bedarf es einer Restrukturierung der Personalplanung und -entwicklung, um das HR-Management zukunftsfähig sowie nachhaltig aufzustellen. Zusätzliche Faktoren, wie präventive Arbeitsschutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus, der spürbare Digitalisierungsschub oder die Zusammenarbeit in Zeiten räumlicher Trennung sind weitere Herausforderungen für Unternehmen und Beschäftigte.

Was bedeutet die Corona-Krise also für die Personalplanung? Welche Kompetenzen werden jetzt benötigt? Und welche zentralen Strategien können Unternehmen „krisenfester“ machen?

Norma Schöwe, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP), über die Top 3 HR-Strategien während und nach Corona:

„HR kann aus meiner Sicht drei ganz entscheidende Beiträge dazu leisten, um Unternehmen gut durch die Pandemie-Krise zu navigieren und auch für die Zukunft krisenfest aufzustellen:

  1. Die Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben. Damit ist nicht nur die technische Ausstattung gemeint, sondern auch die Kompetenzen und Fähigkeiten, die es braucht, um gut und effektiv digital zusammenzuarbeiten.
  2. Die Veränderungsbereitschaft im Unternehmen fördern und aktiv einfordern. Dabei muss lebenslanges Lernen vom Schlagwort zur gelebten Realität werden.
  3. Die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen. Nur wer intern ausreichend flexibel bleibt und schnell reagiert, kann auch unvorhergesehene externe Ereignisse gut managen.“

Dr. Thymian Bussemer, Vizepräsident des Bundesverbands der Personalmanager (BPM), zum Thema Resilienz:

„Um gut durch die jetzige Krise zu kommen und auch für zukünftige Entwicklungen gewappnet zu sein, müssen sich Unternehmen fragen: Wie können wir unsere Resilienz erhöhen? Dies wurde bisher vor allem mit Blick auf globale Abhängigkeiten, Lieferketten und Produktionsprozesse diskutiert, ganz zentral sind aber auch Führungs- und Organisationskultur sowie Personalentwicklung – also HR-Themen. Insbesondere Soft Skills, Kommunikation und Achtsamkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.“