Nachgefragt: Was ist aus "FlexWork" geworden?

Was ist aus dem Experimentierraum "FlexWork" geworden? Wie hat sich das Konzept zum ortsflexiblen Arbeiten weiterentwickelt und wie ist heute der Stand? Wir haben bei der DKB nachgefragt.

"FlexWork" ist das Angebot an die Mitarbeitenden, ortsflexibel zu arbeiten – von zu Hause oder von jedem anderen Ort. Und das komplett flexibel, also auch spontan, und mit bestmöglicher technischer Ausstattung.

Dies wurde zunächst in zwei Pilotgruppenphasen getestet und anschließend umfassend evaluiert. Aus den Erkenntnissen der Testphasen wurde gemeinsam eine Betriebsvereinbarung erarbeitet, die seit April 2019 in Kraft ist. Nun besteht das Angebot "FlexWork" unternehmensweit. Das heißt, Beschäftigte aller Bereiche und Standorte haben prinzipiell Anspruch darauf, diese Form des Arbeitens zu wählen und die dafür nötige Unterstützung zu erhalten, wenn die Tätigkeit dies zulässt.

"FlexWork" als Treiber für Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit

"Mit der Evaluation, die wir als Längsschnittstudie angelegt haben, konnten wir die Auswirkungen des ortsflexiblen Arbeitens klar nachweisen", erklärt Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO). Das Institut begleitet die DKB seit Beginn im Projekt "FlexWork". "Wir konnten sehen, dass sich ,FlexWork‘ positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit, die Arbeitgeberattraktivität und die Produktivität auswirkt. Und dass es ein Treiber für die Digitalisierung insgesamt im Unternehmen ist, da die Vorteile des digitalen Arbeitens so für jeden individuell spürbar werden." Mitarbeitende und Führungskräfte der Pilotgruppen nahmen das Angebot gerne in Anspruch, daher entschied sich das Unternehmen, "FlexWork" flächendeckend anzubieten.

Um das Angebot in die Breite zu tragen und den Beschäftigten die Nutzung so einfach wie möglich zu machen, begleiten zahlreiche kommunikative Maßnahmen die Einführung. "Zum Inkrafttreten der Betriebsvereinbarung am 1. April 2019 haben wir allen Führungskräften in einer Informationsveranstaltung das Angebot und auch die Evaluationsergebnisse der Testphase vorgestellt", erklärt Christian Liedtke aus dem Bereich Human Relations der DKB. "Darüber hinaus bieten wir Formate zur Information und zum Austausch an – wie Meet-ups und Open Hour, in der Mitarbeitende der Standorte per Videochat ihre Fragen stellen können." Im Rahmen der internen Weiterbildungsstruktur unterstützen außerdem Schulungen bei organisatorischen und kulturellen Themen, die mit ortsflexiblem Arbeiten an Bedeutung gewinnen. Führungskräfte werden gezielt für das Thema Führung auf Distanz sensibilisiert.

"FlexWork" ergänzt um Vertrauensarbeitszeit

Zeitgleich mit dem Angebot "FlexWork" bietet die DKB auch eine freiwillige Vertrauensarbeitszeit an und ergänzt somit das ortsflexible Arbeiten um die zeitliche Dimension. Auch dies ist in einer Vereinbarung festgehalten. "Beide Angebote – 'FlexWork' und Vertrauensarbeitszeit – können die Mitarbeitenden freiwillig wählen, und dies unabhängig voneinander", erklärt Christian Liedtke. Nach zwölf Monaten der aktiven bankweiten Nutzung von "FlexWork" erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IAO eine Evaluation.

Die Veränderungen bringen unternehmensweit neue Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung und somit auch die Büro- und Gebäudeplanung mit sich. Diesem Thema widmet sich die DKB nun im Laufe der nächsten Jahre. Themen wie Desksharing und Clean Desk gewinnen an Relevanz und sollen im geplanten DKB-Campus eine wirtschaftliche Nutzung der aktivitätenorientierten und digitalisierten Arbeitsbedingungen ermöglichen – dies auch auf Basis der Erfahrungen mit den dann bereits langjährig eingeübten neuen Arbeitsformen. Aber auch in Bestandsgebäuden an weiteren Standorten sollen Arbeitsumgebungen wirtschaftlich und bedarfsorientiert in der Nutzung weiter optimiert werden.

Die DKB AG wird im Prozess "FlexWork" und Vertrauensarbeitszeit begleitet vom Fraunhofer IAO und ist Teil des Forschungsprojektes "New Work". Hier finden Sie mehr Informationen zum Forschungsprojekt.